Wer eine Immobilie finanziert, steht früher oder später vor der Frage der Anschlussfinanzierung. Läuft die Zinsbindung des bestehenden Baukredits aus, muss die Restschuld neu finanziert werden. In Zeiten schwankender oder steigender Zinsen gewinnt dabei das Forward-Darlehen zunehmend an Bedeutung.
In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein Forward-Darlehen ist, wann es sinnvoll eingesetzt wird und welche Vor- und Nachteile es im Rahmen der Baufinanzierung mit sich bringt.
Was ist eine Anschlussfinanzierung?
Eine Anschlussfinanzierung wird notwendig, wenn die Zinsbindungsfrist Ihres bestehenden Immobilienkredits endet, die Immobilie jedoch noch nicht vollständig abbezahlt ist. Für die verbleibende Restschuld muss ein neuer Kredit abgeschlossen werden.
Dabei haben Darlehensnehmer mehrere Möglichkeiten:
- Prolongation bei der bisherigen Bank
- Umschuldung zu einer anderen Bank
- Abschluss eines Forward-Darlehens
Welche Variante sinnvoll ist, hängt vor allem von der aktuellen Zinslage und Ihrer persönlichen Finanzplanung ab.
Forward-Darlehen – frühzeitig günstige Zinsen sichern
Ein Forward-Darlehen ist eine spezielle Form der Baufinanzierung, bei der Sie sich die heutigen Zinsen bereits für die Zukunft sichern. Der eigentliche Kredit startet erst zu einem späteren Zeitpunkt – häufig zwischen 6 und 60 Monaten in der Zukunft.
Das Forward-Darlehen eignet sich besonders dann, wenn Sie davon ausgehen, dass die Bauzinsen künftig steigen werden. Durch den frühzeitigen Abschluss können Sie sich gegen dieses Risiko absichern.
Vorteile eines Forward-Darlehens
- Planungssicherheit durch früh festgelegte Zinssätze
- Absicherung gegen steigende Bauzinsen
- Keine Abhängigkeit von der zukünftigen Marktentwicklung
- Rechtzeitige Klarheit über die monatliche Belastung
Verbraucherschützer empfehlen insbesondere bei langen Restlaufzeiten, sich frühzeitig mit der Anschlussfinanzierung zu befassen. Weitere Informationen dazu finden Sie bei der Verbraucherzentrale.
Gibt es auch Nachteile?
Trotz der Vorteile ist ein Forward-Darlehen nicht immer die beste Lösung. Banken verlangen für die lange Zinssicherung häufig einen sogenannten Forward-Aufschlag. Das bedeutet: Je weiter der Startzeitpunkt des Darlehens in der Zukunft liegt, desto höher fällt der Zinssatz aus.
Sinken die Bauzinsen entgegen der Erwartung, profitieren Sie nicht davon, da Sie an den vereinbarten Zinssatz gebunden sind. Eine sorgfältige Abwägung ist daher unerlässlich.
Wann ist ein Forward-Darlehen sinnvoll?
Ein Forward-Darlehen kann besonders sinnvoll sein, wenn:
- die Zinsbindung Ihres aktuellen Darlehens in den nächsten 1–5 Jahren endet
- das aktuelle Zinsniveau historisch niedrig ist
- Sie Wert auf langfristige Planungssicherheit legen
Die staatliche Förderbank KfW weist ebenfalls darauf hin, dass Zinssicherung ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Immobilienfinanzierung ist – insbesondere bei hohen Restschulden.
Forward-Darlehen vs. klassische Anschlussfinanzierung
Während bei einer klassischen Anschlussfinanzierung erst kurz vor Ablauf der Zinsbindung gehandelt wird, ermöglicht das Forward-Darlehen deutlich mehr Vorlauf. Dadurch verschaffen sich Kreditnehmer einen strategischen Vorteil und vermeiden Zeitdruck bei der Finanzierung.
Unabhängige Finanzportale wie Interhyp empfehlen, Angebote frühzeitig zu vergleichen und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.
Das Forward-Darlehen ist ein wirkungsvolles Instrument der Anschlussfinanzierung, um sich frühzeitig günstige Bauzinsen zu sichern. Es bietet hohe Planungssicherheit, erfordert jedoch eine fundierte Einschätzung der zukünftigen Zinsentwicklung.
Wer sich rechtzeitig informiert, Angebote vergleicht und seine finanzielle Situation realistisch einschätzt, kann mit einem Forward-Darlehen langfristig profitieren und die eigene Baufinanzierung stabil und kalkulierbar gestalten.
